Nach ChatGPT kommt die KI, die Physik versteht
Shownotes
Sprache beschreibt die Welt. Physik bestimmt, was in ihr möglich ist.
Während alle über bessere E-Mails und PowerPoints diskutieren, entsteht eine KI-Kategorie, die etwas grundlegend anderes versucht: nicht das nächste Wort vorhersagen, sondern den nächsten physikalischen Zustand.
Themen der Folge:
Das Einstiegsexperiment: Warum ein Sprachmodell die Belastbarkeit eines Flugzeugflügels nicht zuverlässig berechnen kann Was Neural Operators sind – ohne Mathematik erklärt: nicht „welches Wort kommt als Nächstes", sondern „welcher physikalische Zustand kommt als Nächstes" Warum die reale Welt kontinuierlich ist und deshalb einen 4D-Kontext braucht: drei Raumdimensionen plus Zeit Die Zahlen: fünf Billionen Datenpunkte in einer Anfrage, rund 22 Terabyte Output pro Inferenz – und warum der Vergleich mit Text-Tokens hinkt Anwendungsfelder: Chipentwicklung, Wetter und Klima, Robotik, Geologie, Energie, Materialforschung Was die Forschung belegt: Beschleunigung um vier bis fünf Größenordnungen laut einer Übersichtsarbeit in Nature Reviews Physics; Caltech-Anwendungen von Fusionsplasma über CO₂-Speicherung bis zu Schwarzen Löchern Der Unterschied zu bisherigen World Models: visuell plausibel ist nicht dasselbe wie physikalisch korrekt Warum differenzierbare Modelle nicht nur simulieren, sondern optimieren können – von „simuliere diese Konstruktion" zu „finde eine Konstruktion, die diese Bedingungen erfüllt" Resolution Invariance: grob rechnen, dann hineinzoomen – Google Maps für Physik Die Hintergrundgeschichte: das abgelehnte Angebot von Project Prometheus (Jeff Bezos, Vik Bajaj), zwölf Milliarden Dollar Finanzierung bei 41 Milliarden Bewertung – und die Anekdote mit Jensen Huang Die nötige Skepsis: Größe ist nicht Qualität. Es fehlen unabhängige Benchmarks, Kostenangaben, Fehlergrenzen und Kundenprojekte Warum KI hier nicht das Experiment ersetzt, sondern die Zahl der Experimente reduziert – und warum das wirtschaftlich trotzdem enorm ist Der Ausblick: KI als Teil des Entwicklungsprozesses der physischen Welt statt als Chatfenster
Fazit der Folge: Sehr ernst nehmen – aber noch lange nicht „Physik ist gelöst".
Prompt-Zeit ist ein KI-generierter Podcast: Stimmen, Recherche und Redaktion entstehen mit künstlicher Intelligenz.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei Promtzeit.
00:00:01: Wir kommen fast für KI in der Unternehmenswelt,
00:00:04: von Hardware bis Recht Praxisner Deutschsprachig Von dir.
00:00:09: Es geht los!
00:00:14: Bevor es losgeht ein Hinweis in eigener Sache Bei Promt Zeit ist die KI nicht nur Thema sondern macht auch die Arbeit.
00:00:21: Stimmen, Recherche und Redaktion dieses Podcasts sind KI generiert.
00:00:26: In diesem Sinne viel Spaß mit Erfolge
00:00:28: Wenn Bots das Internet Für Bots schreiben.
00:00:32: Ella, ich habe eine Frage an dich.
00:00:35: Wann hast du zuletzt eine Webseite besucht weil du etwas wissen wolltest?
00:00:40: Eine Webseit...
00:00:42: Ja so richtig altmodisch!
00:00:44: Google aufmachen, etwas suchen, auf einen blauen Link klicken, Webseiteladen, Cookie-Banner wegdrücken.
00:00:52: Jetzt wo du es sagst tatsächlich immer seltener.
00:00:56: Genau
00:00:57: Ich frage ChatGPT oder Gemini Manchmal Google, aber dann steht die Antwort inzwischen häufig schon oben.
00:01:06: Und damit sind wir eigentlich schon mitten in unserem heutigen Thema!
00:01:09: Denn das Internet verändert sich gerade auf eine ziemlich fundamentale Art.
00:01:14: Es wurde einmal gebaut, damit Menschen Informationen veröffentlichen, die andere Menschen anschließend lesen.
00:01:21: Heute schreibt zunehmend eine künstliche Intelligenz diese Informationen Eine andere künstlige Intelligenze crawlt sie Eine Dritte fasst sie zusammen und ein Mensch bekommt am Ende eine Antwort, ohne die ursprüngliche Webseite jemals gesehen zu
00:01:38: haben.
00:01:39: Wenn du das so formulierst klingt es ein bisschen wie ein Internet in dem die Menschen langsam zu Statisten werden.
00:01:47: Genau darüber wollen wir heute sprechen Denn in den vergangenen Wochen sind einige Zahlen veröffentlicht worden, die einzeln schon bemerkenswert sind.
00:01:56: Zusammengenommen erzählen sie aber eine viel größere Geschichte.
00:02:00: Die erste Zahl lautet mehr als ein Drittel.
00:02:05: Mehr als ein drittel wovon?
00:02:07: Von Webseiten, die seit dem Start von ChatGPT veröffentlicht wurden.
00:02:13: Das Pew Research Center hat im August, zw.
00:02:15: Jahrzehnte, eine ziemlich interessante Untersuchung veröffentlicht.
00:02:20: Die Forscher haben fast eine halbe Million englischsprachige Webseiten aus dem Common Crawl-Archiv untersucht.
00:02:28: Also Webseite aus den vergangenen fünf Jahren, aus der Zeit vor ChatGBT und aus derzeit danach.
00:02:36: Anschließend haben sie die Texte mit einem System namens OpenPangram auf typische Merkmale von KI generiertem oder stark KI bearbeitetem Text untersucht
00:02:47: Und bei jeder dritten Seite kam heraus Das hat eine KI geschrieben?
00:02:52: Moment.
00:02:53: Genau hier muss man aufpassen!
00:02:55: Wenn man alle untersuchten Webseiten nimmt, also auch ältere Seiten die lange vor ChatGPT entstanden sind zeigen etwa zehn Prozent deutliche Anzeichen für KI-Autorenschaft oder starke KI-Bearbeitung.
00:03:11: Filtert man allerdings die alten Seiten heraus und schaut nur auf Seiten, dann liegt der Anteil inzwischen bei über einem Drittel.
00:03:23: Also grob gesagt, bei neuen Inhalten im Web könnte inzwischen jeder dritte Text wesentlich durch KI entstanden sein?
00:03:32: Ja – mit einem wichtigen Sternchen!
00:03:35: Ich wusste dass das Sternchen kommt!
00:03:39: Natürlich!
00:03:40: KI-Detektoren sind nicht hundertprozentig zuverlässig.
00:03:44: Man kann nicht auf einen einzelnen Artikel zeigen und aufgrund eines Detektors mit Sicherheit sagen, der stammt von ChatGPT.
00:03:52: Pew selbst weist darauf hin!
00:03:55: Aber für eine große statistische Stichprobe kann man Trends erkennen – und dieser Trend ist ziemlich deutlich.
00:04:03: Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Webseiten?
00:04:07: Ja sogar Erhebliche.
00:04:09: Bei .com-Domains fand Pew bei ungefähr zehn Prozent der untersuchten Seiten deutliche KI-Spuren.
00:04:19: Bei Punkt Org waren es nur rund vier Komma sechs Prozent und bei Punkt Edu und Punkt Gov, also Bildungs- und Regierungsseiten, ungefähr ein
00:04:30: Prozent.".
00:04:31: Das passt eigentlich zur Erwartung – wer jeden Tag hundert Produkttexte, SEO-Seiten oder Ratgeberartikel produzieren muss hat einen viel größeren wirtschaftlichen Anreiz KI einzusetzen?
00:04:44: Genau.
00:04:45: Und damit kommen wir zum ersten großen Wandel.
00:04:49: Generative KI hat die Produktionskosten von Text nahezu auf Null gedrückt.
00:04:55: Vor wenigen Jahren war es teuer, tausend Haltwegs vernünftige Artikel zu produzieren.
00:05:01: Man brauchte Autoren Redakteure Zeit.
00:05:05: Heute kann ein Unternehmen theoretisch innerhalb eines Tages Zehntausend Seiten erzeugt
00:05:11: Was das Internet natürlich dringend gebraucht hat.
00:05:14: Mehr Texte über die zehn besten Möglichkeiten, ihre Produktivität nachhaltig zu optimieren.
00:05:20: Ja und natürlich alle mit in der heutigen schnelllebigen digitalen Landschaft.
00:05:26: Da kennt man die KI schon am ersten Satz.
00:05:29: Witzigerweise hat Pew tatsächlich untersucht welche sprachlichen Muster seit Chat GPT häufiger geworden sind.
00:05:37: Bestimmte Begriffe, Satzkonstruktionen und sogar Zeichensetzungen tauchen seit Ende of the year.
00:05:47: Das bedeutet nicht automatisch dass jeder solche Text von einer KI kommt aber die Sprache des Internets verändert sich messbar.
00:05:56: Okay wir haben also immer mehr Inhalte die von Maschinen geschrieben werden.
00:06:00: Aber das allein bedeutet ja noch nicht dass das Internet plötzlich für Maschine gebaut wird.
00:06:05: Richtig Dafür brauchen wir Zahl Nummer zwei.
00:06:09: Mehr als fünfzig Prozent.
00:06:12: Wieder, wovon?
00:06:13: Vom Internet-Traffic.
00:06:16: Cloudflare – einer der größten Infrastrukturanbieter des Internets meldete im Juli, dass der Anteil des nichtmenschlichen Internettraffics inzwischen erstmals über fünfzig prozent gestiegen ist.
00:06:30: Also mehr Bots als Menschen?
00:06:33: Bei den von Cloudflere betrachteten Requests ja!
00:06:37: Aber auch hier ist die Präzision wichtig.
00:06:39: Nicht jeder Bot ist eine künstliche Intelligenz.
00:06:43: Bots gibt es seit Jahrzehnten, Google-Bot crawled Webseiten für die Suchmaschine.
00:06:48: Es gibt Monitoringbots, Preisvergleichspots, Securitysysteme, automatisierte Software.
00:06:56: Leider auch Spam und Angriffspots.
00:06:59: Also bitte nicht morgen.
00:07:00: die Schlagzeile Mehrheit des Internets besteht aus ChatGPT.
00:07:04: Genau Aber Cloudflare hat zusätzlich untersucht, warum bestimmte Crawler-Webseiten besuchen.
00:07:12: Und da wird es interessant!
00:07:14: Im Juni, in dem Jahr im Jahr ist der von Cloudflair entsprechend kategorisierten Crawler Anfragen auf KI-Training.
00:07:25: Im Frühjahr, im Jahr war es erst bis zum Jahr zweiundzwanzig Prozent.
00:07:31: Weitere mehr als sechsunddreißig kamen von sogenannten Mixed Use Crawlern.
00:07:37: Also BOTS, die mehrere Zwecke kombinieren Suche, KI-Nutzung und Training.
00:07:43: Das heißt eine Webseite wird heute möglicherweise häufiger von Maschinen gelesen als von Menschen.
00:07:50: Bei manchen Webseiten ganz sicher.
00:07:52: Und jetzt kommt der wirtschaftlich entscheidende Unterschied.
00:07:56: Früher gab es zwischen einer Webseit und einem Suchmaschinencrawler einen ziemlich klaren Deal
00:08:03: Du darfst meine Inhalte lesen und dafür schickst du mir Besucher.
00:08:06: Genau, Google crawlt deinen Artikel.
00:08:10: Google nimmt ihn in den Index auf.
00:08:13: Jemand sucht nach einer Information.
00:08:15: Google zeigt einen Link.
00:08:17: Der Nutzer klickt – du bekommst einen Besucher!
00:08:20: Und diesen Besucher kannst du monetarisieren durch Werbung, durch ein Abonnement, durch einen Produktverkauf oder einfach dadurch dass er deine Marke
00:08:31: kennenlernt.
00:08:32: Und bei einer KI funktioniert dieser Deal nicht mehr.
00:08:35: Genau das ist das Problem!
00:08:38: Die KI liest deinen Artikel, der Nutzer stellt später einer KI eine Frage.
00:08:44: Die KI formuliert aus verschiedenen Quellen eine Antwort und damit ist das Bedürfnis des Nutzers möglicherweise bereits befriedigt.
00:08:54: Er besucht deine Webseite gar nicht mehr...
00:08:56: ...die Maschine nimmt also das wertvolle von der Website die Information und lässt das zurück, womit die Webseite ihr Geld verdient hätte.
00:09:05: Den Besucher!
00:09:06: Das ist exakt die Kritik vieler Publisher.
00:09:10: Und damit kommen wir zur dritten Zahl – vierunddreißig Prozent.
00:09:15: Nach Daten des Analyseunternehmens Chartbeat über die Axios Ende Juli berichtet hat, ist der Google Suchtraffic zu Publishern innerhalb eines Jahres um vierund dreißig Prozent gefallen.
00:09:28: Das ist ordentlich….
00:09:29: Und bei kleineren Publischern sieht es noch dramatischer aus.
00:09:34: Über zwei Jahre verloren kleine Publisher laut diesen Daten ungefähr sechzig Prozent ihrer Search-Referrals, mittlere etwa siebenundvierzig Prozent große Publischer etwa zwanzig Prozent.
00:09:49: Aber können wir wirklich sagen dass AI Overviews dafür verantwortlich sind?
00:09:55: Nein und das ist wichtig.
00:09:57: Die Daten zeigen eine Korrelation mit einer Phase, in der sich die Suche massiv verändert.
00:10:04: Aber der gesamte Rückgang lässt sich nicht sauber einer einzelnen Funktion wie AI Overviews zurechnen.
00:10:12: Google verändert Rankings Menschen verändern ihr Verhalten Social Media verändert Trafficströme Apps ersetzen Webseiten Und natürlich kommen ChatGPT, Gemini Perplexity und andere KI-Dienste hinzu.
00:10:30: Aber die Richtung ist ziemlich eindeutig!
00:10:33: Der klassische Klick von der Suchmaschine zur Webseite verliert an Bedeutung.
00:10:39: Und Google weiß das natürlich auch?
00:10:41: Ja, und interessanterweise hat Google gerade am zwanzigsten August eine neue Funktion vorgestellt, die fast perfekt zu dieser Diskussion passt – sie heißt Preferred Sources.
00:10:56: Genau!
00:10:57: Publisher können jetzt einen Button auf ihre Webseite setzen.
00:11:01: Ein Nutzer kann damit sagen, ich möchte diese Webseiten bei Google als bevorzugte Quelle sehen.
00:11:08: Google berücksichtigt diese Auswahl dann unter anderem in Top Stories, AI Overviews und AI Mode.
00:11:15: Und Google sagt das Nutzer inzwischen mehr als sechshunderttausend unterschiedliche Quellen.
00:11:24: Das ist irgendwie faszinierend!
00:11:26: Früher bestand Suchmaschinenoptimierung darin, Google davon zu überzeugen dass deine Webseite relevant ist.
00:11:32: Jetzt muss ich zusätzlich den Menschen davon überzeugen, Google mitzuteilen das meine Webseiten relevant ist.
00:11:40: So könnte man es ausdrücken.
00:11:42: Google wiederum argumentiert, dass AI Overviews und AI Mode keineswegs das offene Web zerstören sollen.
00:11:50: Das Unternehmen sagt, diese Angebote sollten Menschen dabei helfen gute Webseiten zu entdecken.
00:11:57: Google hat nach eigenen Angaben die Zahl direkter Links in KI-Antworten erhöht.
00:12:02: Webseite vorschaun ergänzt und experimentiert mit neuen Darstellungen um Klicks zu fördern.
00:12:10: Und wahrscheinlich stimmen beide Perspektiven ein Stück weit.
00:12:13: Für den Nutzer ist eine fertige Antwort sehr praktisch.
00:12:16: Für denjenigen, der die Information produziert hat ist sie möglicherweise wirtschaftlich ziemlich unpraktisch.
00:12:23: Genau!
00:12:24: Stell dir vor du betreibst eine Webseite über Fahrräder Du testest zwanzig E-Bikes Du kaufst Messgeräte Du beschäftigst Redakteure Du fährst Tausende Kilometer Du misst Reichweiten Du machst Fotos Du produzierst einen hervorragenden Vergleich.
00:12:42: Das kostet vielleicht Zehntausend Euro.
00:12:46: Und dann fragt jemand seine KI, welches E-Bike bis dreitausend Euro hat die beste Reichweite?
00:12:52: Die KI liest deinen Test.
00:12:54: Vielleicht noch fünf andere und antwortet... Modell X ist wahrscheinlich die beste Wahl.
00:13:01: Fertig!
00:13:02: Der Nutzer ist glücklich.
00:13:04: Die KI ist hilfreich.
00:13:07: Und der Fahrer-Tester bekommt kein Besucher.
00:13:10: Genau – und wenn dieser Mechanismus oft genug passiert entsteht eine sehr unangenehme Frage.
00:13:18: Wer bezahlt irgendwann noch dafür, das ursprüngliche Wissen zu erzeugen?
00:13:23: Das ist eigentlich der Kern!
00:13:25: Eine KI kann Informationen extrem effizient zusammenfassen aber sie muss irgendwo herkommen.
00:13:32: Richtig und jetzt wird es noch interessanter denn wenn immer mehr Inhalte selbst von KI produziert werden entsteht ein Kreislauf.
00:13:42: Ein Mensch recherchiert etwas Eine KI schreibt daraus zehn Texte.
00:13:48: Andere KI-Systeme crawlen diese zehn Texten.
00:13:52: Noch andere KI Systeme erzeugen daraus neue Zusammenfassungen.
00:13:57: Diese Zusammenfassung werden wiederum veröffentlicht und irgendwann sieht es im Internet vielleicht so aus, als hätten zwanzig unabhängige Quellen eine Information bestätigt.
00:14:08: Obwohl am Anfang nur eine Person tatsächlich recherchiert hat?
00:14:13: Genau!
00:14:14: Nehmen wir ein fiktives Beispiel.
00:14:17: Ein Autosjournalist fährt einen neuen Wagen und stellt fest, bei minus zehn Grad sinkt die reale Reichweite auf dreihundertzehn Kilometer.
00:14:27: Er veröffentlicht das!
00:14:29: Nun greifen Zehn KI-Seiten diese Information auf.
00:14:33: Manche schreiben dreihundertzehnt Kilometer eine rundet auf Dreihundert Eine andere formuliert etwa dreihunderzwanzig Kilometer Eine weitere vermischt die Information mit einem anderen Modell.
00:14:48: Drei Monate später fragt jemand eine KI, wie groß ist die Winterreichweite dieses Autos?
00:14:55: Die KI findet zwanzig Seiten.
00:14:58: Achtzehn davon basieren aber indirekt auf der selben ursprünglichen Messung.
00:15:03: Dann sieht Masse aus wie Bestätigung!
00:15:06: Genau und das ist ein Problem dass klassische Suchmaschinen übrigens auch schon kannten.
00:15:13: Aber generative KI kann es erheblich beschleunigen, weil die Produktionskosten praktisch verschwinden.
00:15:21: Ist dann KI-generierter Content grundsätzlich schlecht?
00:15:25: Überhaupt nicht!
00:15:26: Das wäre viel zu einfach.
00:15:29: KI kann hervorragende Texte produzieren – sie kann Daten verständlich erklären Sie können Fachleuten beim Schreiben helfen Sie können Übersetzungen erstellen Sie kann komplexe Informationen strukturieren.
00:15:43: Die Frage ist nicht Mensch oder KI?
00:15:47: Die wichtigere Frage ist, woher stammt die Information?
00:15:52: Also Provenience?
00:15:54: Genau!
00:15:56: Wer hat etwas tatsächlich gemessen?
00:15:58: Wer war vor Ort?
00:16:00: Wer hat einen Kunden befragt?
00:16:03: Wer had ein Produkt getestet?
00:16:05: Wer hatt' einen Datensatz erhoben?
00:16:08: Wer haat eine These entwickelt?
00:16:10: Wer hat etwas entdeckt?
00:16:13: Dann könnte KI paradoxerweise dazu führen, dass originäre menschliche Arbeit wertvoller wird.
00:16:20: Das halte ich tatsächlich für eine mögliche Entwicklung.
00:16:24: Denn generische Informationen wird extrem billig!
00:16:28: Was sind die fünf Vorteile von Cloud Computing?
00:16:31: Dafür braucht niemand mehr einen bezahlten Autor.
00:16:35: Welche sieben Tipps helfen beim Zeitmanagement?
00:16:39: Davon kann eine KI in einer Minute fünfhundert Varianten produzieren.
00:16:45: Aber einen exklusiven Datensatz kann sie nicht einfach erfinden.
00:16:50: Ein echtes Interview hat einen Ursprung, ein Produkttest hat einen ursprung.
00:16:56: Eine eigene Marktanalyse hat einen Ursprung.
00:17:00: Eine Erfahrung aus einem realen Projekt hat einen Uursprung Definitiv!
00:17:05: Jahrelang lautete eine typische SEO-Strategie Wir schauen, wonach Menschen suchen.
00:17:11: Dann produzieren wir möglichst viele Texte dazu.
00:17:14: Was ist CRM?
00:17:17: Genau
00:17:18: Die zehn Vorteile von Digital Signage.
00:17:21: Genau
00:17:22: Wie funktioniert künstliche Intelligenz.
00:17:25: Und genau diese Inhalte sind heute am einfachsten automatisierbar Sowohl bei der Produktion als auch bei der Beantwortung eigene Erkenntnisse, eigene Zahlen, eigene Erfahrungen, eigene Produkte, eigene Perspektiven.
00:17:48: Das klingt ein bisschen wie eine Rückkehr zum eigentlichen Journalismus.
00:17:53: Das wäre eine schöne Ironie!
00:17:55: Nachdem das Internet zwanzig Jahre lang gelernt hat für Suchmaschinen zu schreiben zwingt uns ausgerechnet künstliche Intelligenz vielleicht wieder dazu etwas zu sagen dass noch niemand gesagt
00:18:06: hat.
00:18:07: Aber wie findet eine KI diese Inhalte dann?
00:18:10: Das ist ja der nächste Punkt.
00:18:12: Wenn Menschen nicht mehr über Links navigieren, muss meine Information in der KI-Antwort vorkommen.
00:18:19: Genau und deshalb tauchen inzwischen Begriffe wie AEO Answer Engine Optimization oder GEO Generative Engine Optimisation auf.
00:18:31: Ob diese Begriffe in fünf Jahren noch genauso heißen ist völlig offen Aber die Grundidee ist logisch.
00:18:38: Früher optimierst du dafür, in einer Liste von Suchergebnissen weit oben zu stehen.
00:18:44: Künftig optimierest du zusätzlich dafür, von einem KI-System als vertrauenswürdige Quelle verstanden und zitiert zu werden.
00:18:53: Was braucht die KI dafür?
00:18:54: Wahrscheinlich
00:18:56: vieles von dem was gute Webseiten ohnehin brauchen Klare Struktur Eindeutige Aussagen Nachvollziehbare Quellen Autorenschaft aktuelle Informationen, saubere technische Zugänglichkeit, strukturierte Daten und vor allem Inhalte die tatsächlich einen Informationswert besitzen.
00:19:18: Also keine geheime magische Dateil namens chatgpt-seo.txt.
00:19:26: Ich bin mir sicher dass dir irgendjemand dafür bereits einen Kurs für eintausend neunhundertneinundneunzig Euro verkaufen möchte.
00:19:34: Natürlich
00:19:36: Interessant ist dabei auch, dass Website-Betreiber künftig viel differenzierter entscheiden müssen welche Maschinen ihre Inhalte überhaupt lesen dürfen.
00:19:45: Cloudflare unterscheidet inzwischen zwischen mehreren Botarten – Search Training und Agent.
00:19:53: Das ist wichtig!
00:19:55: Erklär mal den Unterschied
00:19:57: Ein Search Crawler liest deine Webseite um sie für eine Suchfunktion auffindbar zu machen.
00:20:06: um damit möglicherweise ein KI-Modell zu trainieren oder fein zu justieren.
00:20:12: Und ein Agent greift beispielsweise in Echtzeit auf die Seite zu, weil ein Nutzer eine KI beauftragt hat etwas für ihn zu erledigen.
00:20:21: Also drei völlig unterschiedliche wirtschaftliche Beziehungen.
00:20:26: Exakt!
00:20:27: Beim Search Crawler möchtest du vielleicht unbedingt gefunden werden.
00:20:31: Beim Training Crawler sagst Du vielleicht Moment Warum soll ich meine Inhalte kostenlos für euer Modell bereitstellen?
00:20:39: Beim Agenten möchtest du vielleicht den Zugriff erlauben, weil dieser Agent für einen Kunden gerade ein Hotel-, ein Produkt- oder eine Dienstleistung auswählt.
00:20:49: Das finde ich fast noch spannender als SEO!
00:20:52: Denn dann wird eine Unternehmenswebseite irgendwann nicht mehr nur eine Werbefläche für Menschen – sie wird eine Art Informationsschnittstelle für Maschinen.
00:21:02: Genau Stell dir eine Hotel-Webseite im Jahr two-tausenddreißig vor.
00:21:07: Heute ist sie gebaut für einen Menschen.
00:21:10: Schöne Bilder, Zimmer, Restaurant, Button – jetzt buchen!
00:21:15: Künftig sagt der Mensch vielleicht nur «Buche mir für nächstes Wochenende ein hundefreundliches Hotel am Meer maximal zweihundertfünfzig Euro pro Nacht mit Parkplatz und spätem Check in».
00:21:27: Dann besucht sein Agent zwanzig Hotels.
00:21:31: Der Mensch sieht die Webseiten nie
00:21:34: Vielleicht nicht.
00:21:35: Der Agent prüft Verfügbarkeit, Preis, Stornierungsbedingungen, Hunderegeln, Parkplatz, Bewertungen, Entfernung.
00:21:44: Dann präsentiert er drei Optionen oder bucht gleich eine.
00:21:49: Dann ist der wichtigste Besucher meiner Webseite plötzlich eine Maschine!
00:21:54: Genau und die Maschine interessiert sich nicht dafür ob der Hero Slider schön animiert ist.
00:22:02: Das wird einige Web-Agenturen hart treffen.
00:22:05: Sie interessiert sich dafür, ob die Information eindeutig und Maschinen lesbar ist?
00:22:11: Hat das Hotel einen Parkplatz?
00:22:13: Ja oder nein?
00:22:15: Was kostet der Hund?
00:22:17: Ist eine Anreise nach dreiundzwanzig Uhr möglich?
00:22:20: Gibt es ein verfügbares Zimmer?
00:22:23: Wie lauten die Stornierungsbedingungen?
00:22:26: Das heißt aber nicht dass Design verschwindet!
00:22:29: Nein... Menschen werden weiterhin Webseiten besuchen, Marken erleben Bilder anschauen, vergleichen Vertrauen aufbauen.
00:22:39: Aber möglicherweise entsteht eine zweite Ebene des Webs Eine für Menschen und eine für Maschinen
00:22:47: Und Unternehmen müssen beide bedienen.
00:22:51: Genau!
00:22:52: Jetzt stell dir vor wir drehen den Gedanken noch einmal um.
00:22:56: Heute sprechen wir ständig darüber, dass KI lernen soll wie Menschen denken.
00:23:02: Vielleicht müssen Unternehmen bald lernen, wie Maschinen lesen.
00:23:06: Das ist ein ziemlich schöner Satz!
00:23:09: Den darfst du behalten?
00:23:10: Danke Aber ich sehe noch ein anderes Problem.
00:23:14: Wenn Maschienen Inhalte produzieren und Maschineinhalte auswählen Dann können sie indirekt auch bestimmen was Menschen überhaupt zu Gesicht bekommen.
00:23:25: Absolut Die klassische Suchmaschine hatte bereits enorme Macht.
00:23:30: Sie entschied, welcher Link auf Platz eins steht.
00:23:34: Generative Systeme gehen aber einen Schritt weiter – sie wählen nicht nur Quellen!
00:23:39: Sie synthetisieren daraus eine Antwort.
00:23:42: Der Nutzer sieht also nicht mehr fünf verschiedene Perspektiven, er sieht möglicherweise eine einzige formulierte Antwort.
00:23:50: Genau und das macht Transparenz über Quellen noch wichtiger.
00:23:55: Woher kommt diese Aussage?
00:23:57: Ist das primär Information, sind es fünf unabhängige Quellen oder fünf Kopien der selben ursprünglichen Quelle.
00:24:06: Das wird eine zentrale Qualitätsfrage für KI-Systeme
00:24:10: und wahrscheinlich auch eine neue Form von Medienkompetenz.
00:24:14: Früher haben wir Kindern beigebracht nicht alles glauben was im Internet steht.
00:24:20: heute müssen wir ergänzen.
00:24:21: Nicht jede perfekt formulierte Antwort ist deshalb richtig, weil sie perfekt formuliert ist.
00:24:28: Und vielleicht müssen wir auch wieder häufiger fragen – wer weiß das eigentlich aus erster Hand?
00:24:34: Genau!
00:24:35: Das führt zu einem interessanten Paradox.
00:24:38: Je mehr synthetische Informationen wir erzeugen können, desto wichtiger wird authentische Information.
00:24:44: Je billiger Text wird, destо wertvoller wird Recherche.
00:24:49: Je einfacher es wird, hundert Artikel zu produzieren desto wichtiger wird der eine Artikel in dem wirklich etwas Neues steht.
00:24:57: Das ist für Unternehmen eigentlich eine ziemlich klare Botschaft?
00:25:02: Ja!
00:25:03: Wer heute seine Webseite nur als Sammlung generischer SEO-Texte betrachtet könnte in Schwierigkeiten geraten.
00:25:11: Wer dagegen eigenes Wissen veröffentlicht kann sogar gewinnen eigene Daten, eigene Forschungen eigene Erfahrungen, Kundenfälle, Messungen, Expertenwissen, Originalmaterial.
00:25:24: Weil KI-Systeme genau solche Quellen brauchen!
00:25:28: Genau – die spannende Frage ist nur wie dieser Wert künftig vergütet wird?
00:25:34: Durch Klicks, durch Lizenzen, durch Bezahlmodelle für Crawler, durch direkte Vereinbarungen zwischen KI Anbietern und Publishern Oder durch komplett neue Mechanismen?
00:25:48: Das ist noch offen.
00:25:50: Cloudflare experimentiert ja bereits damit, dass Website-Betreiber KI Crawler unterschiedlich behandeln oder sogar für Zugriff bezahlen lassen können.
00:26:00: Ja und allein das solche Modelle entstehen zeigt wie grundlegend sich der alte Deal des Internets verändert.
00:26:08: Crawler gegen Traffic war drei Jahrzehnte lang relativ klar.
00:26:13: Jetzt heißt die Frage Was bekomme ich eigentlich dafür, dass eine Maschine mein Wissen nutzt?
00:26:20: Und jetzt noch einmal unsere Frage vom Anfang.
00:26:23: Ist das Internet bald nur noch für Maschinen?
00:26:27: Nein!
00:26:28: Zumindest glaube ich das nicht
00:26:30: Ich auch nicht Aber ich glaube, dass Menschen künftig einen immer größeren Teil des Internets durch Maschienen hindurch erleben werden.
00:26:39: Das halte ich für die entscheidende Formulierung.
00:26:42: Wir verschwinden nicht aus dem Internet Aber zwischen uns und das Internet schiebt sich zunehmend eine intelligente Vermittlungsschicht.
00:26:51: Früher haben wir Webseiten besucht, dann haben Suchmaschinen-Webseiten für uns sortiert.
00:26:57: Jetzt lesen KI-Systeme die Webseite und erzählen uns was darin steht!
00:27:03: Und der nächste Schritt sind Agenten, die auf diesen Webseitens Dinge für uns erledigen.
00:27:13: Und
00:27:15: dann wird aus dem World Wide Web vielleicht langsam etwas anderes.
00:27:20: Nicht weniger Internet, aber ein Internet dessen wichtigsten Nutzer nicht zwangsläufig Menschen sind.
00:27:28: Das Verrückte ist eigentlich eine KI schreibt den Text Ein Bord findet den Text Eine KI liest den Text Einer andere KI beantwortet damit eine Frage und irgendwo am Ende sitzt ein Mensch
00:27:45: Und wundert sich, warum er keine Webseiten mehr besucht.
00:27:49: Genau!
00:27:51: Vielleicht lautet die wichtigste Frage deshalb nicht wer schreibt in Zukunft das Internet sondern wer erzeugt das Wissen aus dem dieses Internet besteht?
00:28:02: Denn Text können Maschinen inzwischen nahezu unbegrenzt produzieren.
00:28:07: Wissen nicht
00:28:09: Noch nicht.
00:28:12: Ich wusste dass du das sagst
00:28:14: Musste sein.
00:28:16: Dann lassen wir es dabei.
00:28:18: Das Internet stirbt nicht, aber sein Geschäftsmodell, seine Leser und vielleicht sogar seine Sprache verändern sich gerade gleichzeitig.
00:28:27: Und möglicherweise werden die wertvollsten Webseiten der Zukunft nicht diejenigen sein, die am meisten schreiben, sondern diejenigen, die etwas wissen – das sonst niemand weiß!
00:28:45: Wir, das sind Ella
00:28:47: und Helmut.
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