Lidl: Vom Händler zum Hyperscaler

Shownotes

Die Cloud, die als Selbstversorgung begann.

STACKIT entstand 2018 nicht mit dem Ziel, AWS Konkurrenz zu machen, sondern aus einem pragmatischen Motiv: Die Daten eines Konzerns mit 14.500 Filialen und 604.000 Beschäftigten sollten nicht dauerhaft von amerikanischen Hyperscalern abhängen. Heute steht daraus ein Angebot für externe Kunden.

Themen der Folge:

Die Ankündigung vom 27. August 2026: 5,6 Milliarden Euro für Dummerstorf bei Rostock, 240 Megawatt zunächst, bis 2045 perspektivisch ein Gigawatt – noch unter Genehmigungsvorbehalt und ohne Entscheidung über die eingesetzten Chips Warum das kein weiteres internes Rechenzentrum für Warenwirtschaft und Kassensysteme ist Die drei ungewöhnlichen Voraussetzungen: Kapital, Eigenbedarf und die Geduld eines nicht börsennotierten Konzerns Der Ankerkunden-Vorteil: Warum ein neuer Cloud-Anbieter normalerweise erst Kunden braucht, bevor er Infrastruktur auslasten kann – und warum die Schwarz Gruppe dieses Risiko nicht hat Die Zahlen im Hintergrund: 185,6 Milliarden Euro Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025, davon 2,2 Milliarden bei Schwarz Digits – ein Plus von 15,8 Prozent Warum der Konzern als Wachstumstreiber ausdrücklich die Nachfrage deutscher und europäischer Unternehmen nach STACKIT nennt Die offene Frage: Was digitale Souveränität in der Praxis wirklich verlangt – und wo Kapital allein an seine Grenzen stößt

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00:00:00: LIDL – vom Händler zum Hyperscaler.

00:00:03: Fünf Komma sechs Milliarden Euro für ein neues Rechenzentrum, zweihundertvierzig Megawatt Leistung und eine Perspektive auf einen Gigawatt!

00:00:13: Die Schwarzgruppe baut ihre IT-Sparte vom internen Dienstleister zum europäischen Cloud & KI Anbieter aus.

00:00:21: Ausgerechnet der Konzern Hinter Lidl und Kaufland könnte damit zu einem wichtigen Baustein europäischer digitaler Souveränität werden.

00:00:30: Gegen AWS, Microsoft und Google reicht Kapital allein allerdings nicht.

00:00:37: Wer an die Schwarzgruppe denkt, denkt an Lidl und Kaufland – an Lebensmittel, Filialen, Logistik und vielleicht noch an Pre-Zero, die Recyclingsparte des Konzerns!

00:00:48: Dass dieselbe Unternehmensgruppe inzwischen Milliarden in Cloudinfrastruktur, Cybersecurity und künstliche Intelligenz investiert, passt zunächst nicht recht ins Bild.

00:00:59: Spätestens seit dem siebenundzwanzigsten August, ist diese Wahrnehmung überholt.

00:01:06: Die Schwarzgruppe will bis zwei-tausenddrei und dreißig rund fünf Komma sechs Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum im Mecklenburg-Vorpommerischen Dummastorf bei Rostock investieren.

00:01:18: Vorgesehen sind zunächst zwei hundertvierzig Megawatt Rechencentrumskapazität.

00:01:23: Bis zwei-tausendfünfundvierzig sieht die Planung sogar eine mögliche Anschlussleistung von einem Gigawatt vor.

00:01:31: Welche Cloud und KI Chips dort konkret eingesetzt werden, ist nach Angaben des Konzerns noch nicht entschieden.

00:01:38: Das Projekt befindet sich in einer frühen Phase und steht unter Genehmigungsvorbehalt.

00:01:43: Die Größenordnung ist trotzdem bemerkenswert Denn es geht nicht um ein weiteres internes Rechenzentrum für wahren Wirtschaft und Kassensystemen.

00:01:53: Ein Teil der Kapazität ist für das eigene Ökosystem vorgesehen.

00:01:58: Der andere soll die Cloud- und KI-Angebote von Schwarz-Digits skalieren, jener Digitalsparte, die mit Stackit inzwischen explizit Unternehmen und öffentliche Verwaltungen adressiert.

00:02:12: Aus einem Handelskonzern wird damit nicht über Nacht ein neuer Amazon Web Services – aber die Voraussetzungen sind ungewöhnlich!

00:02:20: Die Schwarzgruppe bringt drei Dinge mit, an denen viele europäische Cloud-Projekte bislang gescheitert sind.

00:02:27: Sehr viel Kapital einen riesigen Eigenbedarf und die Geduld eines nicht Börsen notierten Konzerns.

00:02:34: Die Cloud begann als Selbstversorgung.

00:02:38: StackIt entstand nicht mit dem Ziel AWS oder Microsoft Azure Konkurrenz zu machen.

00:02:44: Der Ursprung war wesentlich pragmatischer.

00:02:47: Zwei-tausendachzehn begann die Schwarzgruppe damit, eine eigene Cloudinfrastruktur aufzubauen.

00:02:53: Der Konzern betreitt heute vierzehntausend Fünfhundert Lidl und Kaufland Filialen, beschäftigt rund sechshundert Viertausende Menschen und erzielte in Geschäftsjahr zwei tausendfünfundzwanzig einen Umsatz von einhundertfünfundachtzig Komma Sechs Milliarden Euro.

00:03:09: Eine Organisation dieser Größenordnung betreibt selbst eine IT-Landschaft, die mit der vieler Großkunden eines klassischen Cloud-Anbieters vergleichbar ist.

00:03:20: Die ursprüngliche Aufgabe von Stackit war deshalb zunächst intern.

00:03:25: Daten und Anwendungen des Konzerns sollten nicht dauerhaft von amerikanischen Hyperscalern abhängig sein.

00:03:32: Schwarz-Digits beschreibt die Jahrzehnte gestartete Plattform heute als souveräne Cloud für Europa und bietet die Infrastruktur inzwischen auch externen Kunden an.

00:03:44: Das ist strategisch ein erheblicher Vorteil.

00:03:47: Ein neu gegründeter Cloud Anbieter muss zunächst Kunden finden, bevor er seine Infrastruktur auslasten kann.

00:03:55: Stackit besitzt mit der eigenen Unternehmensgruppe bereits einen Ankerkunden, mit tausenden Standorten, Logistikzentren, Produktionsbetrieben und mehreren hunderttausend Mitarbeitern.

00:04:08: Der Konzern kann Infrastruktur aufbauen die er in Zweifel teilweise selbst benötigt.

00:04:14: Für einen neuen Anbieter reduziert das eines der größten wirtschaftlichen Risiken des Cloud-Geschäfts Und inzwischen wächst das Geschäft außerhalb der Handelswelt.

00:04:25: Schwarz-Digits erzielte in Geschäftsjahr, ein Umsatz von Euro.

00:04:37: Als Wachstumstreiber nennt der Konzern ausdrücklich die steigende Nachfrage deutscher und europäischer Unternehmen nach Stackit.

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